Baumschlangen
  Geschlechtsbestimmung
 
Geschlechtsbestimmung





 


Eine häufig gestellte
Frage von dem noch nicht ganz so erfahrenen Schlangenhalter gilt dem Geschlecht
seiner Schützlinge.
Habe ich die Möglichkeit zu züchten und welchen
geschlechtlichen Partner benötige ich für eine ordentliche Zuchtgruppe?

Meist muss man am Anfang auf die Aussagen des Verkäufers vertrauen, wird
dann aber nicht selten von seltsamen Ereignissen überrascht.
Entweder bleibt
nach einer erfolgreichen Überwinterung jeglicher Paarungsversuch aus, oder man
findet plötzlich ungewollt ein gutes Dutzend kleiner Würmchen in seinem
Terrarium wieder und weiß partou nicht woher die kommen können, da man doch
garantiert zwei Männchen gekauft hat.
Um solchen Erlebnissen vorzubeugen ist
es immer hilfreich sich selbst ein wenig mit der Geschlechtsbestimmung
auszukennen und über die verschiedenen Methoden informiert zu sein.

Ich
werde im Folgenden einige Möglichkeiten aufführen und meine persönliche Meinung
dazu verlauten lassen. Es gibt durchaus auch Halter, die einen gänzlich anderen
Standpunkt zu den einzelnen Möglichkeiten einnehmen!


Sondieren

Die wohl bekannteste Methode der Geschlechtsbestimmung ist
das Sondieren. Hierzu wird eine kleine Knopfsonde in die Hemipenistaschen der
Schlange eingeführt. An der Eindringtiefe lässt sich relativ sicher erkennen,
welches Geschlecht die Schlange hat. Dringt die Sonde relativ weit (etwa 7
subcaudalia) ein, ist sie in eine Hemipenistasche eines Männchens eingedrungen.
Bei einer geringen Eindringtiefe (etwa 4 subcaudalia) handelt es sich mit hoher
Wahrscheinlichkeit um ein Weibchen. Am sichersten lassen sich Aussagen treffen,
wenn man Vergleichsmöglichkeiten hat. Also z.B. bei Tieren aus einem Wurf oder
zumindest von einer (Unter-) Art.

Die Risiken bei dieser Methode sind
relativ offensichtlich: Bei Ungeübtheit oder Unsicherheit kann es sehr leicht zu
Verletzungen der Geschlechtsorgane kommen, die zum Verlust der
Fortpflanzungsfähigkeit oder sogar zum Tode führen können. Auch dem geübten
Terrarianer oder TA können Fehler unterlaufen. Ich halte diese Methode für
unpraktikabel und zu risikobehaftet, als dass ich sie meinen Tieren zumuten
wollte.

Hier ein Viedo wie Ihr das machen
könnt:


http://www.terranet.tv/home/viewvideo/75/schlangen/geschlechtsbestimmung-bei-schlangen.html



Poppen
Eine
weitere Möglichkeit das Geschlecht zu bestimmen nennt sich " poppen
". Diese Methode lässt sich am besten bei sehr jungen Schlangen durchführen,
da diese noch keine vollständige Kontrolle über ihre Muskeln im Kloakenbereich
haben und diese somit noch relativ leicht manuell manipuliert werden können. Um
eine Schlange zu poppen, muss man vom Schwanzende her leichten Druck kurz vor
der Kloake in Richtung Kloake ausüben und somit versuchen die Hemipenes des
Männchens herauszumassieren. Handelt es sich bei der zu untersuchenden Schlange
tatsächlich um ein Männchen, kann man die Hemipenes bei genauer Betrachtung
deutlich erkennen. Schwierigkeiten bereitet hier die einwandfreie Bestimmung
eines Weibchens. Kommt beim poppen kein Hemipenis, geschweige denn beide
Hemipenes, zum Vorschein, ist dies nicht gleichbedeutend mit der sicheren
Bestimmung eines Weibchens. Es kann sich auch einfach um ein Männchen handeln,
welches seine Hemipenes nicht zeigen will oder der untersuchenden Person ist ein
Fehler bei der Durchführung der Untersuchung unterlaufen. Beim poppen können
somit sichere Aussagen über Männchen getroffen werden, aber nur bedingt sichere
Aussagen über Weibchen.

Auch diese Untersuchung birgt Risiken für das
Tier. Die Schlange kann bei dieser Methode vom Untersuchenden durch
unvorsichtiges drücken im Kloakenbereich schwer verletzt werden. Diese Form der
Geschlechtsbestimmung sollte somit nur von sehr erfahrenen und geübten
Terrarianer und/oder Tierärzten vorgenommen werden.


Sekundäre
Geschlechtsmerkmale

Hier kann eine Geschlechtsbestimmung durch die
einfache Betrachtung der "sekundären" Geschlechtsmerkmale stattfinden. Mit
zunehmendem Alter der Schlange lassen sich dadurch Aussagen von nahezu 100%iger
Sicherheit über das Geschlecht treffen. Ich würde aus eigener Erfahrung
behaupten, dass man eine Thamnophis sirtalis ab einem Alter von etwa 12-16
Wochen mit hoher Wahrscheinlickeit geschlechtlich bestimmen kann. Erreichen die
Tiere ein Alter von etwa einem Jahr wird es wieder zunehmend schwerer das
Geschlecht zu bestimmen, da sich Männchen und Weibchen zu diesem Zeitpunkt in
allen sekundären Geschlechtsmerkmalen nahezu gleichen. Geübteren Haltern mag
eine rein visuelle Geschlechtsbestimmung schon früher gelingen, allerdings würde
ich mich nicht darauf verlassen! Mein letzter Jungschlangenkauf zeigt warum: Ich
kaufte mir vier drei Wochen alte sirtalis sirtalis und nahm diese mit, mit der
Aussage des Züchters, dass es sich wohl um drei 0.1 und ein 1.0 handeln wird.
Ich stimmte aufgrund der Körpergröße der Tiere verglichen mit dem reslichen Wurf
mit dieser Vermutung überein, sonst hätte ich sie auch nicht gekauft. Heute weiß
ich, dass es drei 1.0 und ein 0.1 waren. Mir wurde zum Glück mitgeteilt, dass es
sich durchaus so entwickeln könnte und ich war mir dieses Risikos bewusst, aber
nicht viele Züchter geben offen zu, dass sie das Geschlecht zum Zeitpunkt des
Verkaufs nicht eindeutig identifizieren können.


- Abzählen der
Schuppen

Eine etwas unbekanntere Methode der Geschlechtsbestimmung ist
das Abzählen von Schuppen. Diese Methode verlangt einiges an Zeit und Geduld und
ihr Ergebnis ist nicht immer unfehlbar. Als zusätzliche Bestätigung kann sie
aber durchaus hilfreich sein.
Zur Methodik: Man teilt die Anzahl der
gezählten Ventralia durch die Anzahl der ermittelten Subcaudalia. Das Ergebnis
kann Hinweise auf das Geschlecht des zu untersuchenden Tieres geben.

Ich
persönlich habe mich bisher noch nicht eingehender mit dieser Art der
Geschlechtsbestimmung befasst, habe aber sowohl in verschiedenster Literatur als
auch in Foren feststellen müssen, dass die erzielten Ergebnisse keine hohe
Genauigkeit aufweisen.


Nun zu den Merkmalen, die ich zur
Geschlechtsbestimmung betrachte und die eine deutliche Differenzierung der
Geschlechter ermöglichen:
Am einfachsten lässt sich das Geschlecht erkennen,
wenn man Vergleichsmöglichkeiten hat. Hierzu muss nicht unbedingt eine weitere
Schlange neben der zu untersuchenden liegen, es reicht, wenn man sich bei
anderen Haltern oder in Terraristikläden die vorhandenen Tiere nach den
wichtigen Merkmalen genau betrachtet.
Hierzu zählen zum einen die Kopfregion,
des Weiteren der Bereich um die Kloake sowie der Schwanz. Hinzu kommt noch die
Größe des Tieres. Bei ausgewachsenen Tieren sagt diese schon alleine alles aus.
Bei kleineren Schlangen benötigt man leider doch wenigstens ein Geschwister oder
zumindestens ein Tier des selben Jahrgangs, um verwertbare Hinweise zu erhalten.



- Größe des Kopfes
Ein Merkmal, welches besonders bei
etwas älteren Thamnophis zur Unterscheidung beiträgt ist der Kopf: Bei Weibchen
ist er meist deutlich wuchtiger und etwas mehr vom Körper abgesetzt als beim
Männchen.

Länge
des Schwanzes
Der Bereich um die Kloake zusammen mit der
Schwanzlänge gibt meist die deutlichsten Hinweise auf das Geschlecht, sowohl bei
älteren als auch bei den jungen Schlangen. An der Kloake befindet sich der
Schwanzansatz. Verjüngt sich die Schlange, von der Seite betrachtet, an dieser
Stelle deutlich und ist der Schwanz relativ kurz, so ist dieses Tier mit sehr
hoher Wahrscheinlichkeit ein Weibchen. Ist der Übergang dagegen fließend und der
Schwanz deutlich länger, so sollte dieses Tier ein Männchen sein.



- Bereich um die Kloake
Beim Männchen gibt es noch
ein weiteres Merkmal an der Kloake, welches durch einen Blick von oben auf die
Region direkt hinter der Kloake zu entdecken sein sollte. Bedingt durch das
Vorhandensein der Hemipenes gibt es hinter der Kloake eine kleine Auswölbung,
die ein Weibchen nicht aufweist. Um diese zu entdecken, benötigt man schon ein
wenig Übung und/oder ein gutes Auge! Weiß man aber erst einmal, wonach man
gucken muss und wie das zu Entdeckende aussieht, ist dieser Hinweis meist nicht
zu übersehen und lässt eine eindeutige Geschlechtsbestimmung zu. Diese "Beulen"
sind bei den ganz jungen Schlangen noch nicht
ausgebildet.

- Größe des Tieres
Die Körpergröße ist
ein sehr deutliches Merkmal bei ausgewachsenen oder etwas älteren Thamnophis (ab
etwa einem Jahr lassen sich über die Körpergröße Aussagen über das Geschlecht
machen). Die Weibchen sind meist deutlich größer und kräftiger vom Körperumfang
her, als die Männchen.
Bei Jungschlangen ist es meist so, dass die etwas
größeren Tiere eines Wurfes die Weibchen sind. Wie mein Beispiel oben zeigt ist
darauf aber nicht immer verlass.


Wenn man alle Hinweise
zusammen nimmt, kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die richtige Aussage
über das Geschlecht seiner Schlange treffen.

 


 

































































































































































































































































































Taxonomische
Einordnung


Männchen
Anzahl
der subkaudalen Schuppen.


Weibchen
Anzahl
der subkaudalen Schuppen.


Acrantophis dumerili


12


4


Acrantophis madagascariensis


10-12


4-5


Aspidites
melanocephalus


10


3


Aspidites
ramsayi


12


4


Boa
constrictor amarali


9


3-4


Boa
constrictor constrictor


10-12


2-3


Boa
constrictor imperator


10


3-4


Boa
constrictor occidentalis


10-11


3


Boa
constrictor orophias


10-12


2-4


Boa
constrictor ortonii


10-12


4


Calabaria
reinhardtii


10-11


3


Candoia
aspera


9-10


2-3


Candoia
bibroni australis


9-10


4


Candoia
bibroni bibroni


9-10


4


Candoia
carinata carinata


10-14


3


Candoia
carinata paulsoni


10-12


3-4


Casarea
dussumieri


15+


-


Charina
bottae


15


3-5


Chondropython
(Morelia) viridis


9-10


2


Corallus
annulatus


10-12


3


Corallus
caninus


14-15


3


Corallus
enydris cookii


11-14


3


Epicrates
angulifer


9


3


Epicrates
cenchria alvarezi


11


3-4


Epicrates
cenchria cenchria


11


3


Epicrates
cenchria maurus


7-9


2-3


Epicrates
inornatus


8-9


2-3


Epicrates
subflavus


9


3


Epicrates
chrysogaster


8-9


2-3


Epicrates
exsul


9


3


Epicrates
fordii


8-9


2-3


Epicrates
gracilis


8-9


2-3


Epicrates
striatus


9


2-3


Epicrates
monensis


9


2-3


Eryx
colubrinus colubrinus


10-12


2-3


Eryx
colubrinus loveridgei


10-12


2-3


Eryx
jaculus


9


3


Eryx johnii
johnii


6-9


2-4


Eryx johnii
persicus


7-9


3


Eryx
tataricus


9


3-4


Eunectes
murinus


19


2-3


Eunectes
notaeus


-


2-3


Liasis
albertisii


10-13


3


Liasis
boa


10-11


2-3


Liasis
boeleni


7-8


3


Liasis
childreni


10-12


3-4


Liasis
fuscus


10-12


3-4


Liasis
mackloti


12-14


3-4


Liasis
olivaceus


10-12


4


Liasis
papuanus papuanus


10-12


4


Lichanura
trivirgata


10


3


Loxocemus
bicolor


10-14


3


Morelia
amethistina amethistina


10-12


4-5


Morelia
amethistina kinghorni


10


3-4


Morelia
oenpelliensis


14


5


Morelia
spilota spilota


9-10


3-5


Morelia
spilota variegata


9-10


3-5


Morelia
(Chondropython) viridis


9-10


2


Python
anchietae


12


-


Python
curtus


9


3-4


Python
molurus bivittatus


10-16


3-5


Python
molurus molurus


10-12


3-5


Python
regius


10


3


Python
reticulatus


9-10


2-3


Python
sebae


9-12


2


Python
timoriensis


15


3


Sanzinia
madagascariensis


8-10


3


Trachyboa
gularis


9


3


Tropidophis


10


3


Ungaliophis


-


2

 



 

 
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